Korruptionsbekämpfung besteht in der Regel aus präventiven und repressiven Maßnahmen, die sich gleichwertig gegenüberstehen. Die Informationsbeschaffung stellt für alle Beteiligten das größte praktische Problem dar. Ohne eine gezielte Information oder zufällige Funde wird das geschädigte Unternehmen oftmals nicht einmal von diesen Straftaten zum eigenen Nachteil erfahren. Die an der Straftat Beteiligten legen größten Wert auf Diskretion und Vertuschung, wobei dieses Vorgehen vielfach von Erfolg gekrönt ist. Die Dunkelziffer ist hoch. Das im Verborgenen bleibende Handeln der Täter ist aus deren Sicht umso erforderlicher, als die mit der Korruption verbundenen Schäden zum Teil unvorstellbare Dimensionen erreichen, die sich spiegelbildlich im Profit der Beteiligten niederschlagen.

Aufgrund dieses „Geheimbundes im Verborgenen“ liegt das Hauptaugenmerk zur Bekämpfung der Unternehmenskorruption darin, bewährte Strukturen aufzubauen und vorzuhalten, die dagegen wirken. Hierzu gehört ein nachhaltiges System zur Beschaffung von Informationen. Zu beachten ist, dass die jeweiligen Wissensträger vielfach nicht bereit sind, mit ihrem Wissen an den Geschädigten heranzutreten, selbst wenn sie nicht persönlich verstrickt sind. Motivation für diese Zurückhaltung ist die Befürchtung von persönlichen oder geschäftlichen Nachteilen. Dies gilt für Mitarbeiter und Geschäftspartner in gleicher Weise wie für aktiv an den Straftaten Beteiligte. Denn letztere haben selbst bei einer freiwilligen Offenlegung teilweise mit erheblichen straf-, vor allem aber mit zivil- oder arbeitsrechtlichen Folgen zu rechnen.