Vor wenigen Wochen hätte niemand geglaubt, dass eine Bank wie Lehman Brothers, die ehemals viertgrößte Bank der Welt, zahlungsunfähig wird. Dies war jedoch erst der Beginn einer unerfreulichen, weltweiten Entwicklung. Die KfW überwies noch 319 Mio. € an Lehman Brothers, obwohl bekannt war, dass die Bank insolvent war. Siemens-Vorstände werden plötzlich Ziel der Staatsanwaltschaft, weil der Vorstand seine Mitarbeiter nicht hinreichend kontrollierte. In all diesen Fällen hat das Risiko- und Compliance-Management versagt. Die Unternehmensleitung muss für diese Versäumnisse einstehen, zunehmend mit dem Privatvermögen.

Was bedeutet Risikomanagement? Was ist Compliance? Benötigt das auch mein Unternehmen? Solche Fragen werden Sie sich sicher stellen.

Risikomanagement zeigt Risiken auf und bewertet diese, bietet Ansätze zu deren Verhinderung und reduziert im Idealfall die Wahrscheinlichkeit oder die Höhe des Eintritts eines Schadens. Nur wer die Risiken kennt, kann ihnen entgegenwirken.

Compliance-Management hat die Einhaltung der Gesetze, Verordnungen und internen Unternehmensregeln zum Ziel. Dieses Werkzeug schützt die Reputation des Unternehmens, vermeidet zivil- und strafrechtliche Haftung und steigert so auch die Bonität des Unternehmens.

Jedes Geschäft beinhaltet Chancen und Risiken, die der Unternehmer gegeneinander abwägen muss. Einige Risiken wird jeder Geschäftsführer akzeptieren müssen, weil deren Absicherung unwirtschaftlich wäre. Zu großer Risikoappetit kann schnell in der Insolvenz des Unternehmens enden. Nicht selten geht damit eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Geschäftsleitung einher. Dies gilt es zu verhindern! Die Geschäftsführerhaftung kann man beispielsweise mit einer sog. D & O – Versicherung einschränken.

Nach § 91 Abs. 2 AktG hat der Vorstand einer Aktiengesellschaft geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit Entwicklungen, die den Fortbestand der Gesellschaft gefährden, frühzeitig erkannt werden können. Diese Maßstäbe gelten auch für GmbHs, ja sogar Einzelunternehmen. Der Grund ist in § 130 OWiG zu finden. Danach haftet, wer als Inhaber eines Unternehmens die Aufsichtsmaßnahmen unterlässt, die erforderlich sind, um in dem Unternehmen Zuwiderhandlungen gegen Pflichten zu verhindern, die den Inhaber treffen und deren Verletzung mit Strafe oder Geldbuße bedroht ist. Diese Zuwiderhandlung hätte durch gehörige Aufsicht verhindert oder wesentlich erschwert werden können. Zu den erforderlichen Aufsichtsmaßnahmen gehören auch die Bestellung, sorgfältige Auswahl und Überwachung von Aufsichtspersonen. Diese Regelung wurde u.a. auch Siemens zum Verhängnis (201 Mio. € Geldbuße – bisher!).

Bitte bedenken Sie, dass die Einrichtung eines Risikomanagementsystems nicht nur vor Haftung und anderen Unternehmensrisiken schützen, sondern u.a. auch zu einer Finanzierung zu günstigeren Konditionen verhelfen kann. Banken und Versicherungen räumten bereits in der Vergangenheit Unternehmen mit geeigneten Managementinstrumenten nicht selten bessere Konditionen ein. Die derzeitige Finanzkrise verstärkt diesen Trend. Verbessern Sie mit der Einführung eines individuellen Risikomanagements Ihre Wettbewerbsfähigkeit.